Urban Gardening in Berlin – Auch Liberale können grün

Ein sonniger Samstag. In Berlin. 28 Stipendiaten stehen unter einem Schatten spendenden Baum in den Prinzessinnengärten. Über ihnen summen die Bienen. Sie lauschen den Ausführungen der jungen Frau, die davon erzählt, wie alles läuft. Die Menschen können kommen und sagen, dass sie arbeiten wollen und dann können sie gießen oder Unkraut jäten. Jeder, der will kann mithelfen. Viele kommen auch aus der Umgebung, um sich alles anzusehen. Die Hochbeete, die interessanten Gestelle und das ausgeklügelte, selbstgebaute Bewässerungssystem. Alles so günstig wie möglich. Es wird re- und upcycelt.
Dies ist nur einer der vielen interessanten Momente, die die Teilnehmer des Seminars Urban Gardening am Wochenende vom 30. Mai bis zum 1.Juni erlebten. Schon am Freitag gab es nach den interessanten Ausführungen von Herrn Dr. Wolther von Kieseritzky, Referent der FNF, zur Stadtentwicklung Berlins erste spannende Fragen und Anknüpfungspunkte, die beim schmackhaften „organic Buffet“ Abendessen diskutiert werden. Inwieweit die Begrünung der Städte durch Bewohner ein neuer Trend ist, oder durch „Urban Gardening“ nur einen anderen Begriff bekam, wurde genauso besprochen, wie der Ausgang des Volksentscheides zum Tempelhofer Feld. Weiterlesen

Frische(s) Wetter im Arbeitskreis Innovation und Umwelt

Strukturtreffen I/2014 in Saarbrücken
Wir fahren ein.
Ausgerüstet mit Helm, Stirnlampe und bergmännischer Jacke geht es für 17 AK IU’ler im Rahmen des jährlichen Strukturtreffens in den 400 m tiefen Rischbachstollen nahe Saarbrücken. Ein ehemaliger Grubenarbeiter führt uns durch die Gänge des stillgelegten Bergwerks und illustriert mit allerlei Erzählungen das raue Leben der Bergmänner. Wir erhalten einen Einblick in das schwierige Leben der Grubenarbeiter und spüren die Enge und Eingeschlossenheit. Besonders wichtig

Mit dem Essen spielt man nicht? Hier schon!

Bericht zum Lebensmittelseminar vom 14.-16.03.2014

Die Theodor-Heuss-Akademie ist ja für ihr gutes Essen bekannt, dieses jedoch trat bei dem Seminar „Lebensmittellügen, Halbwissen und Mogelpackungen“ durch selbstgemachte Leckereien, wie Analogkäse, Klebefleisch und Sauce Hollandaise vollkommen in den Hintergrund.

Die Stipendiaten des Arbeitskreises Innovation und Umwelt organisierten ein Seminar zum Thema Lebensmittelproduktion und warum unsere Lebensmittel so sind wie sie sind. Nach dem Erfolg eines ähnlichen Seminars 2011 holten sich die Seminarleiter Sandra Böttcher und Kenneth Kieserling dieses Mal Unterstützung durch Swen Straßberger, alle drei sind oder waren Studierende der Lebensmitteltechnologie in Berlin.

Die studierte Ökotrophologin Katharina Kröber bildete den Auftakt am Freitagabend, mit einem Vortrag über den „Dschungel der Lebensmittelkennzeichnung“. Mit der Erkenntnis, dass Marmorkuchen kein Marmor enthält und Babyöl nicht aus Babys hergestellt wird, wurde auch im Anschluss noch munter diskutiert –stilecht am Kamin in der Halle der THA.

Der erste Workshop am Samstagmorgen startet gleich mit einer großen Unbekannten. Dem Analogkäse. Der Thermomix ließ aus diversen Pulvern und Flüssigkeiten ein Käseimitat entstehen (obwohl manche Seminarteilnehmer dieses aufgrund der großzügig bemessenen Beigabe von gelber Lebensmittelfarbe eher als Mangopudding deklarierten). Am Schluss stand bei den meisten Teilnehmern dann doch die Erkenntnis, dass Käseimitat ungefährlich ist und der Hype wohl doch ein wenig übertrieben war. Weiter ging es mit zusammengefügten Lebensmitteln: es wurde das am Vorabend liebevoll zubereitete Klebefleisch von den Teilnehmern verkostet, von Sterne-Koch Swen gekonnt filetiert.

Am Nachmittag erläuterte uns Frau Prof. Alban aus Kiel die Unterschiede zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln. Beeindruckt achteten dann alle Teilnehmer beim Mittagessen darauf, möglichst eine der empfohlenen fünf Portionen Obst oder Gemüse zu essen, und sei es im Früchtequark der Nachspeise.

Am Nachmittag sprach Sandra über das Thema Panikmache in der Lebensmittelindustrie. Dabei klärte sie über die Diskrepanz zwischen Gefahr und Risiko sowie über Dioxinskandal, Vogelgrippe und Konsorten auf – und entlarvte dabei so manches Halbwissen und Vorurteil.

Im zweiten Workshop lüfteten die Seminarteilnehmer zusammen mit Kenneth das Geheimnis des Weizenteigs, erforschten den Unterschied von CapriSonne und Direktsaft und assistierten anschließend Swen bei der Live-Zubereitung von Sauce Hollandaise. Bei der Herstellung von Bubbletea-Bubbles wurden dann alle Teilnehmer schlagartig ins Kindergartenalter zurückversetzt: wieviel Druck braucht man, um den fertigen Gebilden ihren flüssigen Kern zu entlocken? Highlight des Abends war schließlich die Weinverkostung. Stipendiat Michael Halbritter, seines Zeichens Oenologe, führte via Skype in die Grundlagen der edlen Tropfen ein und ließ uns Nougat, Limone und Co. aus ausgewählten Weinsorten herausschmecken. Das angeheiterte Publikum folgte noch dem Vortrag zur Qualitätssicherung von Swen und freute sich dann auf die Anwendung des Gelernten im Heuss-Club der THA.

Am Sonntag bekamen die Zuhörer beim Vortrag von Dipl.-Ing. Scheven viel Schokolade und einen Blick in die Praxis der Lebensmitteltechnologie am Beispiel der Schokoladenherstellung. Glücklicherweise gab es nach dem Probieren der reinen, sehr bitteren Kakaobohne auch noch fertige Schokolade zum „Nachspülen“. Anschließend widmeten wir uns dem Thema Sensorik: Hier gab es diverse Süßungsmittel sowie die wundersame Pflanze Miraculin, die nach Einnahme in Tablettenform sauren Zitronensaft auf der Zunge in ein süßes Getränk verwandelt.

Nach drei Tagen mit vielen interessanten Fakten und besten kulinarischen Eindrücken waren ausnahmslos alle Teilnehmer begeistert von der Konzeption, Durchführung und Praxisnähe des Seminars!